Schulen

Miteinander von Lehrern und Eltern fördern

Der Austausch zwischen Lehrern und Eltern soll enger und einfacher werden. mehr

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Kommentare (29)

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Kleeblatt

11.01.2018 14:08

Lieber nicht per E-Mail. Das führt nur dazu, dass überengagierte Eltern den Lehrer wegen Hausaufgaben oder den privaten Problemen der Schüler kontaktieren.Dann eher flexiblere Sprechstunden für berufstätige Eltern einführen oder "Problemlösungsgespräche" evtl. sogar gemeinsam mit dem Kind (je nach Alter).

Achim

09.01.2018 14:51

Sehe ich nicht so. Dadurch wird den Lehrern nur eine zusätzliche Arbeit aufgebürdet, die keinerlei Mehrwert beinhaltet. Aufmerksame Eltern bemerken den Leistungsstand ihrer Kinder indem sie einen Blick auf die Noten werfen, welche die Kinder nach Hause bringen.
Eltern denen das egal ist, ignorieren auch die emails.
Den meisten Lehrern ist es sowieso egal wie ihre Schüler abschneiden und sind froh ihren Stoff durch zu bekommen.

Die üblichen Veranstaltungen, Elternabende und Elternsprechtage empfinde ich auch als lästig. Beim Elternsprechtag erfahre ich was ich bereits weiß und muss feststellen, wie der Lehrer versucht seinen Bildungsauftrag teilweise an mich abzugeben. Bei den Elternabenden erfahre ich auch nur das, was im Laufe des Schuljahres nochmals per Elternbrief publiziert wird. Dazu kommt, dass diese Treffen meist durch dumme Fragen irgend eines Elternkollegen unnötig in die Länge gezogen werden.

Vielmehr sollte engagierten Lehrern die Möglichkeit gegeben werden, sich zusätzlich zu ihren vertraglichen Stunden für einzelne Schüler oder ausgewählte Gruppen von Schülern zu engagieren.

Ich habe das in meiner langen "Laufbahn" als Kunde von diversen Schulen - sei es als Schüler, oder als Elternteil - nur bei einem einzigen Lehrer erlebt. Dieser macht das freiwillig und unentgeltlich zusätzlich zu seinem Lehrauftrag.
Man sollte solches Engagement dadurch fördern, dass Mittel bereit gestellt werden, diese Tätigkeiten zu entlohnen.

Denis

06.01.2018 22:46

Ich sehe das komplett anders.

Eins vorneweg: ein Austausch zwischen Lehrern und Eltern ist wichtig, aber er darf nicht dazu führen, dass Lehrern ihr Beruf erschwert wird.
Ein Lehrer sollte immer bereit sein mit den Eltern zu reden und in der Lage sein, ihnen zu erklären was ihr Kind in der Schule so macht und welche Probleme und Stärken es hat.

Schon heute gibt es zu viele Eltern, die das schlechte Benehmen und das schlechte Abschneiden ihrer Kinder in der Schule an den Lehrern auslassen. Natürlich ist nicht jeder Lehrer perfekt und es gibt sicher zu viele, die in der Schule nichts verloren haben. Trotzdem sind Eltern heute zu verbissen darauf, ihre Schützlinge durch alles durchzuboxen. Früher hatte ein Lehrer einen gewissen Respekt auch gegenüber den Eltern. Benachrichtige der Lehrer die Eltern eines Schülers wegen eines Fehlverhalten des Kindes, so haben die Eltern das Kind zurecht gewiesen und nicht wie heutezutage den Lehrer. Ich habe von einer befreundeten Anwältin erfahren, dass Sie ihrerseits eine befreundete Lehrerin kennt, die es schon mal erlebt hat, dass die Eltern mit einem Anwalt zu ihr in die Elternsprechstunde erschienen sind (Stichwort: Helikoptereltern).

Der Eltern-Lehrer Austausch nimmt immer größere ressourcenbindende Ausmaße an, die ich nicht gerechtfertigt sehe. Die Eltern können schon heute auf vielerlei Art in den Austausch mit dem Lehrer treten. Es gibt die jeweils einmal halbjährlich veranstalteten Elternabende; dann kann ein Elternteil auch noch zusätzlich Termine mit einem Lehrer vereinbaren. Die Leistung des Kindes kann man anhand der Noten und geschriebenen Teste beobachten. Wieso ein privater E-Mail-Austausch so viel mehr bringen würden, ist mir schleierhaft. Dies führt eher zu neuem Arbeitsaufwand und einer zusätzlichen psychischen Belastung auf Seiten der Lehrer.
Die Eltern müssen nicht durch den Lehrer informiert werden, was gerade in der Schule gelehrt wird und welcher Test ansteht. Das alles können Sie problemlos von ihren Kindern erfahren. Wie wäre es, wenn die karriereorientierten Eltern mal mit ihrer Tochter oder ihrem Kind über die Schule reden würden und sich mit ihren Kindern auseinander setzen, ehe sie von dannen ziehen und versuchen die Welt zu machen, wie sie es gerne hätten. Lehrer sind keine Ersatzeltern, sondern Wissensvermittler.

Ein weiterer Punkt, warum ich gegen eine engere Verzahnung des Austausches von Eltern und Lehrern bin, ist die damit einhergehende Steigerung des Leistungsdrucks bei den Kindern. Man hat als Kind in der Schule schon genug Probleme damit, sich sozial zu integrieren, Wissen anzueignen, und langsam erwachsen zu werden. Man stelle sich vor, jetzt hängen einem noch die Eltern mit dem wöchtenlichen Leistungsbericht im Nacken. Ganz getreu dem Motto, die Quartalszahlen seien wieder mal rot. Müssen wir wirklich an jeder Ecke eine Gewinnoptimierung oder Leistungssteigerung sehen? Können wir Kinder nicht wie solche behandeln und nicht wie Sachbearbeiter in einem Unternehmen?

Henrike

07.01.2018 11:49

Guter Kommentar. Der Vorschlag oben klingt für mich auch so, als würde dadurch der administrative Aufwand für Lehrer und Schüler steigen. Die Zeit sollte den Schülern zugute kommen. Für die Information zum Leistungsstand der Schüler gibt es doch den Elternsprechtag bzw. die Sprechstunden der Lehrer. Bei konkretem Anlass können sich Lehrer und Eltern ja auch so auch austauschen.

Steffen

06.01.2018 12:23

An der Otto Schwerdt Mittelschule in Burgweinting bei Regensburg kann man sich so ein Model anschauen wie wunderbar das funktionieren kann.
Super Kontakt zwischen Schule und Eltern, mit ständigen Bewertungsbögen an die Eltern was gut lief und was nicht und wo Handlungsbedarf ist. Eine Schule die extra ein eigenes Expertenteam hat, die den Kontakt Schule-Eltern immer verbessern.

Steffen

06.01.2018 12:15

Enger Kontakt heißt nicht dass man ständig alle Eltern in die Schule holen muss. Enger Kontakt heißt, dass Lehrer und Eltern auch mit Telefonaten besser zusammen arbeiten. Lieber ein Anruf ihr Kind hat das und das gemacht als wenn alles nur über unpersönliche Mitteilungen und Verweise läuft. Auch Elterncaffee ist ein Kontakt der nicht so erzwungen ist wie ein Elternabend und Eltern da auch in lockerer Atmosphäre zusammen sitzen

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