Schulen

Lehramtsausbildung vereinheitlichen und stärker an den praktischen Bedürfnissen orientieren

Die Ausbildung der Lehrer soll praxisbezogener und bundesweit vereinheitlicht werden. mehr

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Kommentare (87)

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KK

16.01.2018 10:25

Von Anfang an praktischer: ja

Vereinheitlichen: auf keinen Fall. Unterricht an einem Gymnasium ist einfach anders als an der Grundschule, das kann man sich nicht schönreden. Vereinheitlichung hilft nur dem Staat, der die Lehrer dann besser hin und her schieben kann, für die Schüler wäre es auf keinen Fall besser.

Markus

16.01.2018 14:16

Ich hätte vereinheitlichen jetzt darauf bezogen, dass beispielsweise die Gymnasiallehrer in ganz Deutschland einheitlicher ausgebildet werden soll, die Grundschullehrer ebenfalls. Aber nicht auf eine Vereinheitlichung über die Schularten hinweg. Da wäre es schon interessant, was genau mit dem Vorschlag gemeint war.

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GehörtWerden

15.01.2018 20:22

Bundesweit vereinheitlichen finde ich sehr wichtig! Zudem könnte man Arbeitskräften aus der Wirtschaft die Möglichkeit zum Quereinstieg geben. Dies könnte den Lehrermangel ausgleichen und den gewünschten Praxisbezug herstellen.

Gisela

15.01.2018 19:14

Das Studium muss mit Praktika versehen werden, die ebenfalls beurteilt werden müssen und in eine Endnote einfließen sollten. Lehrproben, die nicht der normalen Unterrichtsrealität entsprechen abschaffen.
Die Praxisnote muss stärker gewichtet werden, dabei sind auch die Schülerprobleme mit zu berücksichtigen und wie der Referendar damit umgeht.

Markus

15.01.2018 14:15

Zur Lehramtsausbildung gehört für mich auch der Umgang mit den (fast) fertigen Studierenden. Die erste Staatsexamensprüfung in Bayern entspricht schlicht und ergreifend nicht mehr dem, was es erreichen soll.
Extreme Durchfallquoten entsprechend nicht dem vielzitierten Lehrermangel. Im Frühjahr 2017 spricht eine nicht-repräsentative Umfrage unter über 140 Prüfungsteilnehmern für eine Durchfallquote von 40% bei den Geprüften in einer Fächerkombination mit Mathematik. Eine Landtagsanfrage von Prof. Gantzer belegt offiziell die Durchfallquoten der Vortermine: Frühjahr 2016: 27,21%; Herbst 2015: 12,00 %; Frühjahr 2015: 26,79%.
Offizielle Notenschnitte, Durchfallquoten oder auch nur den Notenschlüssel gibt es nicht. Letzterer wird meist nicht einmal auf den Examina selbst vermerkt, weil er "Geheimnis der Prüfer" sei. Ein absolut undurchschaubares Gewirr!

Die Fehlerquote in den Examensprüfungen ist enorm. In Physik ziehen sich Fehler wie ein roter Faden quer durch die vergangenen Jahre und Jahrzehnte. In Mathe gab es schon Fehler, die erst bei der Einsicht auftauchten. Auch andere Fächer sind betroffen, wie einschlägige Nachrichten-Seiten vermeldeten. Eine derartig unsachliche und unwissenschaftliche Prüfungserstellung von Seiten der Aufgabensteller ist unverantwortlich gegenüber den Geprüften - und damit den angehenden Lehrkräften Bayerns! Der Umstand ist im KM bekannt, dort scheint sich aber niemand dafür zu interessieren.

Die Ergebnisse der Prüfungen werden verschickt, sobald der jeweilige Prüfer mit der Bewertung fertig ist. Da unterschiedliche Prüfer aber unterschiedlich lange brauchen, bekommen verschiedene Studierende ihre Ergebnisse oft mit großem Zeitabstand zueinander - ein unfairer Nachteil für diejenigen, die ihre Noten später bekommen und diese aber eventuell verbessern wollen oder gar müssen. Im Jura-Staatsexamen klappt beispielsweise eine einheitliche Veröffentlichung zu einem vorab bereits bekannten Datum. Wieso klappt das nicht auch im Bereich des KM?

Die größte - und da muss ich das Wort benutzen - Frechheit sehe ich in der Stellung des universitären Abschlusses "Master of Education" in Bayern. Diese stellt für mich zudem einen Angriff auf sämtliche Grundsätze der Gleichbehandlung dar.
Einige bayerische Universitäten haben im Zuge der Bologna-Reform bereits das Bachelor- und Mastersystem für die Lehramtsausbildung eingeführt. An dessen Ende wird der o.g. M.Ed. verliehen. Dieser besitzt in Bayern aber keinerlei Stellenwert und dient nicht als Zugangsberechtigung zum Referendariat wie es in vielen anderen Bundesländern mittlerweile gängige Praxis ist. Es zählt nur das erste bayerische Staatsexamen.
Allerdings können Studenten aus anderen Bundesländern problemlos mit ihrem Master ins bayerische Referendariat eintreten. Diese Studierenden haben sich während ihrer Studienzeit (im Gegensatz zu den "Bayern") nie mit dem bayerischen Lehrplan auseinandergesetzt, keine Praktika an bayerischen Schulen absolviert oder in irgendeiner Form das bayerische Schulwesen kennengelernt.
Diese Kandidaten können ins Referendariat eintreten, während bayerischen Studierenden mit dem selben Abschluss diese Chance vielleicht aufgrund des Nicht-Bestehens des ersten Staatsexamens verwehrt bleibt. Dies stellt aus meiner Sicht eine eindeutige Diskriminierung bayerischer Studierender dar, welche deshalb zwingen zu beseitigen ist. Der Master-Abschluss muss dem Staatsexamen gleichgestellt werden.
Zumal ergibt sich noch eine weitere Situation, die nicht tragbar ist: Bayerische Studenten können auch in keinem anderen Bundesland ins Referendariat eintreten, wenn sie "nur" einen Master-Abschluss besitzen. Diesem Kompromiss hat das Staatsministerium in der Kultuministerkonferenz zugestimmt. Diese Entscheidung verletzt aber die Grundgedanken an Gleichbehandlung und Freizügigkeit und ist daher ebenfalls nicht nachvollziehbar.

Insgesamt gibt es noch zahlreiche weitere Gründe, die deutlich gegen das Staatsexamen in seiner jetztigen Form sprechen. Insbesondere halte ich den Umgang des Ministeriums mit seinen zukünftigen Lehrern für untragbar. Wer bereits so malträtiert den Dienst antritt, wird sich zwar vielleicht auch nicht mehr vom stressigen Referendariat abbringen lassen - aber wem nützen Lehrkräfte, die schon zu Beginn ausgebrannt sind? Die ab Dienstbeginn ein schlechtes Bild von ihrem Arbeitgeber haben? Ich denke: niemandem!